Antisemitische Schmierwelle 1959/60

Hans Peter Schaefer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

  • 1959
  • Politik
  • Gesellschaft
  • Köln
  • Düsseldorf
  • Aufarbeitung
  • Demokratie
  • Erinnerungskultur
  • Nachkriegszeit

Der Heiligabend 1959 bildete den Auftakt einer antisemitischen Schmierwelle. Vor allem junge Täter*innen begingen innerhalb eines Monats über 600 sich gleichende antisemitische Propagandadelikte. Diese Welle eines öffentlich ausgelebten Antisemitismus führte zu einer wichtigen gesellschaftlichen Debatte innerhalb der Bonner Republik.

Architektenstreit

Cover der Publikation: Anna, Susanne (Hrsg.): Architektenstreit. Wiederaufbau zwischen Kontinuität und Neubeginn (anlässlich der Ausstellung Architektenstreit – Wiederaufbau Zwischen Kontinuität und Neubeginn, Stadtmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf in Kooperation mit dem BDA Düsseldorf, 7. Juni bis 31. August 2008), Düsseldorf 2009.

  • 1949–1953
  • Architektur
  • Politik
  • Kultur
  • Düsseldorf
  • Städteplanung

Am 27. Oktober 1949 bilden zehn Architekten den „Düsseldorfer Architektenring“, um in den 1950er Jahren als engagierte Einheit gegen die gespenstige Fortdauer des im Nationalsozialismus Meriten einheimsenden Personals der Stadt Düsseldorf zu protestieren und diesen Bannerträgern der Kontinuität eine zu demokratischen Denkmodellen und Gesellschaftsstrukturen kongeniale Baukultur entgegenzusetzen.

Archiv für alternatives Schrifttum

Foto: afas.

  • 1985
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Politik
  • Duisburg
  • Aktivismus
  • Bedrohte Orte
  • Erinnerungskultur
  • Institutionsgeschichte
  • Gegenkultur

Das Archiv für alternatives Schrifttum (afas) wurde 1985 in Duisburg gegründet, um Spuren der Bewegungsgeschichte vor dem Vergessen und dem Verlust zu bewahren. Das afas und die Erinnerung an Demokratisierungsprozesse von unten gehören zu den bedrohten Orten.

Arkadaş-Theater

Grafik: Aus dem Archiv von Meray Ülgen.

  • 1986
  • Kultur
  • Gesellschaft
  • Köln
  • Aktivismus
  • Heimat
  • Migration
  • Repräsentation
  • Theater

"Wie der gebildete Hacivat, der Freund von [sic!] ungeschliffenen Karagöz, sich ausdrückt: ‚Gott, ich wünsche mir Unterhaltung, bitte!‘

Warum soll mann [sic!] denn immer und ewig von Integration, Rückkehrprämien, Arbeitslosigkeit, Asyl, Umzug oder Rente sprechen? Man braucht auch etwas Unterhaltung, oder nicht?"1

  1. arkadaş theater: Programmheft.

BAP: „Jupp“

BAP: Jupp, Text und Musik: K. Heuser, W. Niedecken. Ein Song des Albums: Für usszeschnigge! (Zum Ausschneiden!), 1981, EMI Electrola. Beide Textvarianten sind gemäß den handschriftlichen Fassungen auf der Textbeilage zum Plattencover zitiert.

  • 1981
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Medien
  • Köln
  • Musik
  • Aufarbeitung
  • Erinnerungskultur
  • Nachkriegszeit

Leitfadenartig durchzieht die „Bonner Republik“ ein Vergessen, das von den Staatstragenden als Instrument genutzt wird, um ihren Zugriff auf Macht und Erfolg auch unter demokratischen Vorzeichen aufrechtzuerhalten. BAPs Song „Jupp“ aus dem Jahr 1981 zeigt eine andere Seite des Vergessens, eine, die den, der vergessen möchte, in einen Kokon vorsichtigen Mitfühlens hüllt.

Das Kling-Klang-Studio

Foto: Elise Brauer, 2024.

  • 1970
  • Gesellschaft
  • Medien
  • Kultur
  • Düsseldorf
  • Rheinland
  • Heimat
  • Identität
  • Kulturorte
  • Musik
  • Popkultur
  • Subkultur

Was heute ein unscheinbarer Laden für Elektronik zu sein scheint, ist ein Ort, an dem in den 1970er Jahren Musikgeschichte geschrieben wurde. Das Kling-Klang-Studio war der kreative Mittelpunkt, von dem aus die Band Kraftwerk die Welt der Musik revolutionieren sollte.

Das Lied vom Bauer Maas und dem Kernkraftwerk Kalkar

Foto: Koen Suyk / Anefo, CC0, via Wikimedia Commons

  • 1973–1985
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Kalkar
  • Niederrhein
  • Aktivismus
  • Industrie
  • Musik
  • Popkultur
  • Protest
  • Umwelt

Als zwischen 1973 und 1985 das Kernkraftwerk in Kalkar-Hönnepel erbaut wurde, protestierte der Bauer Josef Maas zusammen mit Zehntausenden anderen. Der Duisburger Liedermacher Frank Baier verewigte ihn in seinem „Lied vom Bauer Maas“. Die Anti-Atomkraft-Bewegung konnte zwar nicht den Bau, wohl aber die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks in Kalkar verhindern.

Das nationale Ehrenmal

Quelle: BArch, B 145 Bild-F019313-0010, Foto: Egon Steiner. Entnommen aus der Publikation: Kirschbaum, Jan Niko: Mahnmale als Zeitzeichen. Der Nationalsozialismus in der Erinnerungskultur Nordrhein-Westfalens (Public History – Angewandte Geschichte, Band 1), Bielefeld 2020, S. 187.

  • 1964
  • Politik
  • Gesellschaft
  • Bonn
  • Bundeshauptstadt
  • Denkmal
  • Erinnerungskultur
  • Grundsteine der Bonner Republik
  • Verlorene Orte

Der Entstehungsverlauf und die weitere Geschichte des am 16. Juni 1964 eingeweihten nationalen Ehrenmals am Akademischen Kunstmuseum im Hofgarten Bonn stellen ein symptomatisches Zeugnis des ambivalenten Charakters der Erinnerungskultur in der Bonner Republik dar.

Das Wunder von Bern

Foto: Imago // https://www.dfb.de/maenner-nationalmannschaft/turniere/weltmeisterschaften/wm-geschichte/die-wm-1954/

  • 1954
  • Gesellschaft
  • außerhalb NRWs
  • Fußball
  • Sport
  • Heimat

Das Jahr 1954 teilt die bundesrepublikanische Nachkriegsgesellschaft in zwei ungleiche Abschnitte: in die Zeit vor dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft und in die Zeit danach. Ein jenseits jeder Erwartungsmöglichkeit liegender sportlicher Erfolg wird zum Ferment eines sich aufrichtenden nationalen Selbstbewusstseins und integrativen Gemeinschaftsgefühls.

Denkmal für die unbekannten Deserteure

Foto: Botaurus, Public domain, via Wikimedia Commons

  • 1989
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Kultur
  • Bonn
  • außerhalb NRWs
  • Aktivismus
  • Denkmal
  • Erinnerungskultur
  • Friedensbewegung
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Repräsentation

1988 beauftragte das Bonner Friedensplenum den in Berlin lebenden türkischen Künstler Mehmet Aksoy mit der Anfertigung eines Denkmals für die unbekannten Deserteure. Da sich die Bonner Stadtpolitik gegen eine Aufstellung auf dem Friedensplatz aussprach, gelangte das Denkmal schließlich nach Potsdam. Dort steht es auf dem Platz der Einheit.

Die Besetzung der Kiefernstraße

Illustration: Aktion Wohnungsnot e.V.. https://kiefern.org/wp-content/uploads/medien/KiefernDoku1986.pdf

  • 1980
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Düsseldorf
  • Rheinland
  • Aktivismus
  • Bedrohte Orte
  • Gegenkultur
  • Heimat
  • Industriewandel
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Protest

Die Kiefernstraße liegt im Düsseldorfer Stadtteil Flingern-Süd und wurde in den 1980er Jahren durch ihre Hausbesetzungen bekannt. Damals lebten in der Straße 800 Bewohner*innen aus bis zu 45 Nationalitäten und verschiedenen sozialen Gruppen.

Die Goldenen Zitronen: „Das war unsere BRD“

Videostill: Ariane Andereggen, Ted Gaier, 2019.

  • 2019
  • Medien
  • Kultur
  • außerhalb NRWs
  • Musik
  • Popkultur
  • Subkultur

Die Goldenen Zitronen gelten als Vorläufer der „Hamburger Schule“, einer Generation von gesellschaftskritischen Popmusiker*innen in den 1990er Jahren, die die absurden Texte der Neuen Deutschen Welle (NDW) intellektualisierten. Ihr biografisches Musikvideo „Das war unsere BRD“ greift in den Erinnerungsraum der Bonner Republik ein.

Die Rosenburg - Sitz des Bundesministeriums für Justiz

Foto: Gerd Nettersheim // https://www.fu-berlin.de/campusleben/campus/2018/180509-rosenburg-projekt-barley/index.html

  • 1950–1973
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Bonn
  • Grundsteine der Bonner Republik

Die Rosenburg ist von 1950 bis 1973 der Sitz des Bundesministeriums für Justiz. Er ist zugleich die politische Hochburg des Unterschlupffindens sowie Deckungsgebens für hohe Funktionsträger im Nationalsozialismus. Dass die Aufdeckung der personellen Verstrickungen erst zwei Jahrzehnte nach dem Übergang der Bonner in die Berliner Republik beginnt, gehört zu den dunkelsten Schattenwürfen von beiden.

Die Stadt Espelkamp

Foto: © Stadtarchiv Espelkamp // https://www.ausstellung-angekommen.de/neubeginn-und-entwicklung-seite-2

  • 1949
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Espelkamp
  • Ostwestfalen
  • Westfalen
  • Heimat
  • Migration
  • Stadtentwicklung

Seit 1949 sind die Gründung, der Aufbau und die Entwicklung der Stadt Espelkamp, die sich auf dem Gebiet einer ehemaligen nationalsozialistischen Munitionsanstalt vollziehen, ein beredtes Prisma unterschiedlicher Migrationsetappen und letztlich geglückter Integrationen während der „Bonner Republik“ und über sie hinaus.

Die Umbenennung des Graf-Adolf-Platzes

Screenshot: zeit.punktNRW. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/26576162

  • 1945
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Düsseldorf
  • Rheinland
  • Aufarbeitung
  • Diskussion
  • Nachkriegszeit
  • Stadtentwicklung

„ein alter Mann steigt in die Straßenbahn und sagt: ‚Einmal bis Adolf-Hitler-Platz, bitte‘. Der Schaffner ist genauso erschrocken wie ihr. Das heißt nicht mehr Adolf-Hitler-Platz‘, sagt er zu dem alten Mann. ‚Das heißt jetzt Graf-Adolf-Platz.‘ Darauf der Mann: ‚Wat, haben die den Adolf jetzt auch noch zum Grafen gemacht?‘“1

  1. Linda Liebl 2007.

Donnerstag-Gesellschaft

Foto: Käthe Augenstein, Stadtarchiv Bonn

  • 1947–1950
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Alfter
  • Rheinland
  • Aufarbeitung
  • Grundsteine der Bonner Republik
  • Kunst
  • Nachkriegszeit

Von 1947 bis 1950 finden auf dem ländlichen Schloss Alfter 34 Veranstaltungen der Donnerstag-Gesellschaft statt. In Vorträgen, Lesungen und Aufführungen werden Literatur, Musik, Philosophie, Politik sowie bildende Kunst thematisiert. Die kulturelle Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit steht dabei im Mittelpunkt.

Eko Fresh: „1994“

Videostill: Mirza Odabaşı.

  • 2020
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Medien
  • Köln
  • Rheinland
  • Nordrhein-Westfalen
  • Migration
  • Musik
  • Heimat
  • Identität
  • Industriewandel

„Ich bin stolz, ein Kind dieser Stadt zu sein. Hier wurde ich erzogen, lernte zu träumen und zu arbeiten.“

Erste bundesweite Homosexuellen-Demonstration

  • 1972
  • Kultur
  • Gesellschaft
  • Münster
  • Bochum
  • Aktivismus
  • Protest
  • Queere Geschichte

Am 29. April 1972 fand in Münster die erste Demonstration für die Rechte von Homosexuellen in der Bonner Republik statt. Eingerahmt in ein Veranstaltungswochenende zum Thema "Diskussion - Vernetzung - Party" zogen die Demonstrierenden vom Schloss bis in die Stadtmitte.

EUREGIO

Grafik: © Anke Sentker und Judith Hofmann

  • 1958
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Landschaft
  • Europa
  • Niederlande

Von 1958 an entwickelt sich im Raum der östlichen Niederlande, des nordwestlichen Nordrhein-Westfalens und südwestlichen Niedersachsens die erste Europaregion, deren erklärtes Ziel es ist, mittels einer grenzüberscheitenden Förderung aus ländlich geprägten Gebieten ein homogen miteinander verflochtenes Wirtschafts- und Gesellschaftsgefüge zu bilden.

F24 – Die längste Hausbesetzung in Deutschland

  • 1973–1981
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Politik
  • Münster
  • Köln
  • Aktivismus
  • Protest

„Ein besonderes Haus mit einer besonderen Kneipe“, so bezeichnen die jetzigen Eigentümer*innen das Haus ‚Frauenstraße 24‘ in Münster. Anfang der 1970er Jahre sollte die F24 – wie das Haus auch genannt wird – abgerissen werden, doch durch eine der ersten und längsten Hausbesetzungen in der Bonner Republik konnte die Wohnraumvernichtung verhindert werden.

Fabrik K14 - ein soziokulturelles Zentrum

Foto: Archiv für Alternatives Schrifttum.

  • 1969
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Oberhausen
  • Aktivismus
  • Erinnerungskultur
  • Frauenbewegung
  • Friedensbewegung
  • Gegenkultur
  • Kulturorte
  • Theater

Die 1965 gegründete Fabrik K14 gehört zu den ältesten, noch erhaltenen soziokulturellen Zentren in Deutschland. Mit der Förderung von politischer Bildung wollten die Aktivist*innen ein Zeichen gegen den wieder aufkeimenden Neofaschismus setzen. Der Ort entwickelte sich zu einem Knotenpunkt der Neuen Sozialen Bewegungen in Oberhausen und darüber hinaus.

Galerie Parnass

  • 1949–1965
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Wuppertal
  • Gegenkultur
  • Kunst
  • Verlorene Orte

Die Anfänge der Galerie Parnass, die innerhalb weniger Jahre zum Zentrum rheinischer Avantgardekunst avanciert und nach mehreren Umzügen innerhalb Wuppertals die Jugendstil-Villa in der Moltkestraße 67 bezieht, sind bescheiden:

Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts

Bundesarchiv, B 145 Bild-F010479-0006 / CC-BY-SA 3.0

  • 1949–1958
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Bonn

Wenig prägt das Bild der Bonner Republik vergleichbar markant, wie der Rückgriff auf eine konservative Geschlechterordnung und das Engagement dagegen. Am 1. Juli 1958 trat das "Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts" in Kraft.

Haus des Landtags

Foto: Bert Kaufmann, cc-by-2.0, via Wikimedia Commons

  • 1981–1988
  • Politik
  • Architektur
  • Gesellschaft
  • Düsseldorf
  • Demokratie
  • Industrie
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Nordrhein-Westfalen

Das Landtagsgebäude NRW in Düsseldorf, von 1981 bis 1988 errichtet, verkörpert die „dargestellte Demokratie“ und nimmt als eines von drei während der Bonner Republik neugebauten Landtagsgebäuden eine Sonderrolle ein.

Jazzwanne

Foto: Sammlung Ernst Dittke, mit freundlicher Genehmigung von Ralf Piorr.

  • 1960–1967
  • Kultur
  • Gesellschaft
  • Herne
  • Wanne-Eickel
  • Ruhrgebiet
  • Kulturorte
  • Musik
  • Subkultur
  • Verlorene Orte

Die jazzwanne entwickelte sich zum Wirkungsort einer überregionalen und internationalen Jazzszene und steht stellvertretend für die Dichte und Vernetzung von Orten in Nordrhein-Westfalen, die durch das Engagement junger Erwachsener als Alternative zum öffentlichen Kulturangebot entstehen konnten.

Kaiserstraße

  • 1967
  • Politik
  • Kultur
  • Bonn
  • Zitat
  • Bundeshauptstadt
  • Literatur

Konferenz auf dem Rittersturz

Foto: Stadtarchiv Koblenz FA 1-931

  • 1948
  • Gesellschaft
  • Politik
  • außerhalb NRWs
  • Demokratie
  • Grundgesetz
  • Grundsteine der Bonner Republik
  • Verlorene Orte

Die Konferenz im Berghotel Koblenz, benannt nach dem Plateau Rittersturz, findet vom 08. bis 10. Juli 1948 statt. Sie ist die erste Zusammenkunft der 12 Ministerpräsidenten nach der Bekanntgabe der Frankfurter Dokumente. Mit ihr beginnt der Entscheidungsprozess, an dessen Ende 1949 der Zusammenschluss der drei westlichen Besatzungszonen zur Bundesrepublik steht.

Kunst- und Kulturfestival Urbs 71

Entnommen aus folgendem Artikel: Sedlack, Axel / Fränzel, Dieter: Urbs 71. Der „Wuppertaler Impuls“ vor fünzig Jahren. In: Kulturpolitische Mitteilungen, Nr. 174, III/2021, S. 111.

  • 1971
  • Kultur
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Wuppertal
  • Oberhausen
  • Krefeld
  • Köln
  • Dortmund
  • Bochum
  • Musik
  • Kunst
  • Theater
  • Literatur

Ausgerechnet die gleich einem Berg-und-Tal-Leporello anmutende Provinzstadt Wuppertal markiert mit dem Kunst- und Kulturfestival Urbs 71 ein Zeichen, das getragen vom Pioniergeist eines real „Mehr Demokratie wagen“ Willy Brands unter der Leitthematik „Arbeit und Gesellschaft“ für Kunstschaffende und -begegnende weitreichende Impulse für ein „Mehr Kunst wagen“ freisetzt.

Loriot

Foto: Elke Terstegen, CC-BY-2.0 , via Wikimedia Commons

  • 1953
  • Gesellschaft
  • Medien
  • Kultur
  • Bremen
  • Humor

Vicco von Bülow, alias Loriot, entfaltet seit den 1950er Jahren – vornehmlich in Cartoons, Sketchen und Filmen – ein schillerndes Kaleidoskop des westdeutschen Mittelstandsbürgers. Aus dem breiten Spektrum seines schmunzelnd-kritischen Humors erwächst hierbei das markante Gütesiegel „Made by Loriot“.

LVR-Freilichtmuseum Kommern

Gaststätte Watteler Fassade. Foto: LVR-Freilichtmuseum Kommern, Hans-Theo Gerhards

  • 1958
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Landschaft
  • Kommern
  • Eifel
  • Heimat
  • Regionalentwicklung
  • Erinnerungskultur

Das 1958 gegründete LVR-Freilichtmuseum Kommern sammelt, archiviert, hegt und stellt seit 1961 Alltagskultur des ländlichen Rheinlandes aus. In der Mittelgebirgsregion Eifel gelegen, wird man zu einer Zeitreise eingeladen, die eine Spanne weit vor der „Bonner Republik“ bis mitten in sie hinein umfasst.

Mittwochgespräche

Foto: Helga und Theo Scheerer; Historisches Archiv Stadt Köln, Best. 1431. Entnommen aus: Historisches Archiv der Stadt Köln (Hrsg.): Die Kölner Mittwochgespräche 1950-1956, Köln 1991, S. 25.

  • 1950–1956
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Köln
  • Demokratie
  • Diskussion
  • Grundsteine der Bonner Republik
  • Nachkriegszeit
  • Wiederaufbau

Die Mittwochgespräche im Kölner Hauptbahnhof haben vom 4. Dezember 1950 bis 4. Juli 1956 wöchentlich stattgefunden. Initiator und Organisator der Veranstaltungsreihe ist Gerhard Ludwig gewesen, der über Diskussionen und Streitgespräche Probleme und Thesen der deutschen Nachkriegsgesellschaft ins öffentliche Bewusstsein gebracht hat.

Museum Morsbroich

Cover der Ausstellungskataloges „Rheinische Künstlergemeinschaft", 27.01. bis 28.03.1951. Gestaltung von Joseph Fassbender, Bornheim

  • 1951
  • Politik
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Leverkusen
  • Aufarbeitung
  • Documenta
  • Grundsteine der Bonner Republik
  • Institutionsgeschichte
  • Kunst

Das Museum Morsbroich in Leverkusen ist das erste Museum für Gegenwartskunst, das nach der Diktatur des Nationalsozialismus und dessen kultureller Barbarei im Jahr 1951 in der Bundesrepublik Deutschland neu gegründet worden ist, und das bereits vier Jahre vor der ersten „Documenta“ in Kassel.

Oberbilk – ein Dreieck aus Gleisen

Screenshot: OpenStreetMap, 2025.

  • 2024
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Wirtschaft
  • Düsseldorf
  • Rheinland
  • Heimat
  • Industriewandel
  • Migration

„Tatsächlich ist Oberbilk ja ein Dreieck aus Gleisen, es gab also diese echte physikalische Grenze, und es gab eine psychologische Grenze. Das empfinde ich übrigens heute noch so. Es fällt mir immer noch schwer, die Gleise zu überqueren. Oberbilk zu verlassen – und sei es nur zum Einkaufen – ist jedes Mal eine bewusste Entscheidung.“1

  1. Mithu Sanyal, in: Wehrmann/ Luigs 2021, S.75.

Rummelplatz

  • 1948–1953
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Bonn
  • Zitat
  • Bundeshauptstadt
  • Literatur
  • Provisorium

Safe spaces - Frauenhaus Warendorf

  • 1981
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Warendorf
  • Frauenbewegung

Zu Beginn der Zweiten Frauenbewegung Ende der 1960er Jahre bildeten vor allem jüngere, akademisch qualifizierte Frauen die Basis dieser Emanzipationsbewegung. Ihr Aktionsradius umfasste in der Regel größere Universitätsstädte wie Berlin, Frankfurt oder München, deren Frauengruppen im Umkreis des Sozialistischen Hochschulbundes zu Taktgeberinnen der bundesdeutschen Frauenbewegung wurden.

Tausendfüßler

Foto: Stadtarchiv Düsseldorf

  • 1988–2013
  • Architektur
  • Gesellschaft
  • Wirtschaft
  • Düsseldorf
  • Nachkriegsmoderne
  • Stadtentwicklung
  • Wiederaufbau
  • Verlorene Orte

Wie in vielen deutschen Städten, sahen die verantwortlichen Architekten und Stadtplaner auch im kriegszerstörten Düsseldorf eine Chance:

Von der Dreckschleuder zum sauberen Glücksfall?

Foto: Thomas Schleper, 1/2024

  • 1952
  • Landschaft
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grevenbroich
  • Niederrhein
  • Diskussion
  • Industriekultur
  • Industriewandel
  • Wirtschaftswunder

Wie dankbar ist man für Lichtblicke, die endlich im westdeutschen Braunkohlerevier auszumachen sind, dem Terrain der größten Dreckschleudern Europas. Mit der Pressekonferenz vom 30.1.2024 im 2021 abgeschalteten Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf, dem Anfang der 1970er weltweit größten seiner Art, tun sich neue Perspektiven für die Region, für die Kultur und für eine gelingende Transformation auf.

Werner Bräunig: „Rummelplatz“

© Gestaltung capa Design, Anke Fesel unter Verwendung eines Fotos von Andreas Trogisch/bobsairport

  • 1948–1953
  • Gesellschaft
  • Politik
  • Kultur
  • außerhalb NRWs
  • Bonn
  • DDR
  • Literatur

Der Roman „Rummelplatz“ von Werner Bräunig wird 1965 in der DDR verboten. Trotz der Möglichkeit, ihn in der BRD zu veröffentlichen, entscheidet sich der vom Sozialismus vorerst überzeugte Autor dagegen. 2007 wird das Fragment gebliebene und redigierte Manuskript schließlich posthum im wiedervereinigten Deutschland publiziert.