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Die Umbenennung des Graf-Adolf-Platzes

Emilia Kornbach, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Ausschnitt aus einer historischen Zeitung, in der folgender Witz abgedruckt ist: "Knubs steigt in die Düsseldorfer Straßenbahn und sagt: ‚Bitte einmal bis Adolf-Hitler-Platz!‘ Der Schaffner lächelt überlegen. ‚Da sind Sie etwas zurück, junger Mann, der heißt schon seit einem Jahr Graf-Adolf-Platz.‘ Knubs ist sprachlos: ‚Was, zum Grafen haben sie ihn gemacht? Das hat er aber wirklich nicht verdient!‘

Witz „Knubs“, in: Freiheit, vom 21. Juni 1946.

Screenshot: zeit.punktNRW. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/26576162
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„ein alter Mann steigt in die Straßenbahn und sagt: ‚Einmal bis Adolf-Hitler-Platz, bitte‘. Der Schaffner ist genauso erschrocken wie ihr. Das heißt nicht mehr Adolf-Hitler-Platz‘, sagt er zu dem alten Mann. ‚Das heißt jetzt Graf-Adolf-Platz.‘ Darauf der Mann: ‚Wat, haben die den Adolf jetzt auch noch zum Grafen gemacht?‘“1

  1. Linda Liebl 2007.

Der Graf-Adolf-Platz ist damals wie heute ein Angelpunkt für Tausende von Menschen. Früher als Hauptbahnhof mit Bahnhofsgebäude und Gleisanlagen, heute als direkte Verbindung von Bus- und Straßenbahnlinien, Autos und Parkanlagen mit der direkten Angrenzung an die Kö. Seinen Namen erhielt der Platz einst zu Ehren des Grafen Adolf von Berg, der Düsseldorf 1288 zu einer Stadt erhoben hatte und bezeichnete den nördlich der Haroldstraße liegenden Bereich zwischen Breite Straße und der westlichen Königsallee. Ab 1933 bis einschließlich 1945 wurde der Platz in Adolf-Hitler-Platz umbenannt, um den Bereich zwischen der Elisabethstraße und der Königsallee erweitert und von der Thurmstraße abgegrenzt.

Zur Zeit der Bonner Republik wurden Straßen und Plätze auf ihre Namen hin kritisch geprüft – mit besonderem Fokus auf historisch belastende Faktoren wie Bezügen zur NS-Diktatur, zur NSDAP oder zum Hitler-Deutschland im Allgemeinen. Daraufhin erhielt der Platz seinen früheren Namen zu Ehren des Grafen Adolfs von Berg zurück. Heute erinnert nichts mehr an den Namen im zweiten Weltkrieg: Der Platz ist heute täglich Haltestelle für Bus- und Straßenbahnlinien, Angelpunkt für ca. 45.000 Autos und Hauptsitz von verschiedenen Bürogebäuden wie dem „GAP 15“.

Weiterführende Literatur und Links
  • Liebl, Linda: Der Graf-Adolf-Platz – ein werkästhetisches Konstrukt?, Hannover: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität, 2007.
  • Hansen, Sebastian, Die Düsseldorfer Straßenbenennungen in der jungen Bundesrepublik, in: Internetportal Rheinische Geschichte. - Link
  • Meissner, Valentina: Düsseldorfer Straßennamen werden geprüft. Wissenschaftlicher Beirat diskutiert einzelne Namen und spricht Empfehlungen an Stadtrat aus, 24.10.2018, online: - Link

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