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Haus des Landtags

Leon Adolphs, Moderne im Rheinland

Haus des Landtags aus der Vogelperspektive. Links im Bild der Rhein und rechts Gehweg und Wiesenflächen. Die Architektur setzt sich einem runden zentralen Gebäudeteil zusammen, das von äußeren bogenförmigen Gebäudeteilen umrahmt wird.

Landtagsgebäude Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Foto: Bert Kaufmann, cc-by-2.0, via Wikimedia Commons
  • 1981–1988
  • Politik
  • Architektur
  • Gesellschaft
  • Düsseldorf
  • Demokratie
  • Industrie
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Nordrhein-Westfalen

Das Landtagsgebäude NRW in Düsseldorf, von 1981 bis 1988 errichtet, verkörpert die „dargestellte Demokratie“ und nimmt als eines von drei während der Bonner Republik neugebauten Landtagsgebäuden eine Sonderrolle ein.

„Dargestellte Demokratie“1 – so umreißen die verantwortlichen Architekten des Büros Eller, Moser, Walter und Partner die Leitidee des von 1981 bis 1988 errichteten Landtagsgebäude Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf. Mögen demokratische Offenheit und Dynamik, die sich im Haus des Landtages in der Unabgeschlossenheit der halbkreisförmigen, aus der Vogelperspektive zugleich ein Räderwerk formenden Baukörper manifestieren, auch für die Parlamentssitze Bremens und Stuttgarts maßgeblich gewesen sein, so fällt Düsseldorf unter den drei einzigen während der Bonner Republik neu errichteten Landtagsgebäuden eine Sonderrolle zu. Denn während das Stuttgarter Haus des Landtages und das Bremer Haus der Bürgschaft schon in den 1960er Jahren von Bevölkerung und Politik gefordert und zügig errichtet werden, arrangiert sich der Düsseldorfer Landtag dem sich verschärfenden Platzmangel und den dennoch nur vereinzelt bleibenden Rufen nach einem Neubau zum Trotz über nahezu vierzig Jahre mit seinem Standort im Ständehaus am Unterbilker Kaiserteich. Dabei war das vormalige Gebäude des Provinziallandtags der preußischen Rheinlande (1880-1930) nach dem Opernhaus und dem Gesoleisaal im Haus-Henkel bereits der dritte Tagungsort des NRW-Parlaments. Ungeachtet seines Prunks, wurde er ebenso als eine Behelfslösung empfunden wurde wie die Provisorien der ersten Nachkriegsjahre. Als die Platzproblematik im Laufe der 1970er Jahre einen Neubau zusehends unausweichlich werden ließ – umso mehr, da der Denkmalschutz einen Erweiterungsbau des Ständehauses ausschloss – fiel die Wahl des Standorts überraschend aus: Dort wo zuvor psychiatrische Klinik und Industriehafen den Stadtrand markierten, begründete das strukturalistische „Glashaus“, das sich dezidiert von der statischen Geschlossenheit des Ständehauses abgrenzt, das heutige Regierungsviertel und den seit den 1990er Jahren florierenden Medienhafen. Mit seiner Referenz auf Glas als Metapher für Transparenz, wie sie auch in der Bonner Regierungsarchitektur verstanden wurde, vermittelt die Architektur des neuen Landtagsgebäudes Grundlagen des damaligen Demokratiebegriffs und seiner Umsetzung zwischen Neuanfang und Kontinuität.

Weiterführende Literatur und Links

Fußnoten

  1. Die Abgeordneten im Glashaus. Der Neubau des Landtages in Nordrhein-Westfalen, in: DER SPIEGEL, Nr. 36/1988
  • Baugeschichte des Landtagsgebäudes auf der Homepage des Landtags NRW - Link
  • Englert, Klaus: Architekturführer Düsseldorf, Berlin 2022